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Leipziger Wohnungsmarktbarometer 2012 liegt vor


Der Leipziger Wohnungsmarkt bewegt sich weiterhin von einem Überangebot auf ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage zu. Dies ist die mehrheitliche Überzeugung der ausgewählten lokalen Wohnungsmarktakteure, die für das jetzt veröffentlichte Wohnungsmarktbarometer 2012 um eine qualitative Einschätzungen der aktuellen Wohnungsmarktlage, der Stadtentwicklung sowie der künftigen Entwicklungen auf dem Leipziger Wohnungsmarkt gebeten wurden.

Ergänzung zum Wohnungs-Monitoring
Die Befragten kommen aus dem Kreise der Vermieter, aus der Bauwirtschaft, von Finanzierungsinstituten, Maklerfirmen sowie aus Wissenschaft und Verwaltung. Die Einschätzungen dieses Expertenpanels ergänzen die quantitativen Indikatoren des kleinräumigen Monitorings, das die Stadtverwaltung ebenfalls regelmäßig vornimmt. 2012 wurde das Wohnungsmarktbarometer erstmals in Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Sachsen, Staatliche Studienakademie Leipzig, im Rahmen eines Studentenprojektes durchgeführt.

Noch herrscht Wohnungsüberangebot

Die befragten Experten gehen mehrheitlich noch von einem Wohnungsüberangebot in Leipzig aus. Allerdings hat der Anteil der Befragten, die ein solches Überangebot konstatieren, im Vergleich zum letzten Wohnungsmarktbarometer abgenommen. Dabei hält die Mehrheit der Experten die Marktlage beim Wohneigentum (Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen) für ausgeglichener als beim Mietwohnungsmarkt. Bei Mietwohnungen sehen die Befragten mehrheitlich vor allem im DDR-Wohnungsbau Überangebote.

Über die Hälfte der Experten erwarten Rückgang des Überangebots

Erstmals erwartet mehr als die Hälfte der befragten Experten, dass sich in drei Jahren Angebot und Nachfrage entsprechen. Dabei gehen die Experten davon aus, dass ein Rückgang der Überangebote in allen Teilmärkten erfolgt, außer im Altbau (vor 1949 errichtete Häuser).

Nachfrage nach günstigen Wohnungen ist höher als das Angebot

Die Nachfrage nach Einraumwohnungen und Wohnungen mit mindestens vier Räumen halten die meisten Experten für größer als das Wohnungsangebot. Im Hinblick auf die Höhe der Mieten gehen sie davon aus, dass die Nachfrage nach Wohnungen mit einem Preis von unter 4,50 Euro pro Quadratmeter höher ist als das Angebot. Ein Überangebot machen sie mehrheitlich für Wohnungen mit einem Preis von mehr als 7,50 Euro pro Quadratmeter aus. Bei beiden Fragen unterscheiden sich die Einschätzungen der verschiedenen Akteursgruppen.

Mehrbedarf an seniorengerechten Wohnungen

Die Wohnungsmarktakteure beurteilten außerdem verschiedene aktuelle Maßnahmen und Entwicklungen mit Blick auf eine quantitativ und qualitativ nachfragegerechte Wohnungsmarktentwicklung. Wohnungsabrisse hielten dabei erstmals mehr Befragte für ausreichend. Die Maßnahmen zur seniorengerechten/-freundlichen Anpassung des Wohnungsbestandes und zur energetischen Sanierung des Wohnungsbestandes hingegen werden wie 2010 von einer großen Mehrheit der Befragten als nicht ausreichend eingeschätzt.

Insgesamt positive Entwicklung der Nachfrage

In allen Schwerpunktgebieten der integrierten Stadtentwicklung zeichnen sich aus Sicht der Befragten positive Entwicklungen ab. Für den Leipziger Westen gehen noch mehr Befragte als in den Vorjahren auch künftig von einer wachsenden Nachfrage aus, im Leipziger Osten, in Schönefeld und an der Georg-Schumann-Straße wird erstmals mehrheitlich eine stabile Nachfrage erwartet. Von einem Rückgang der Nachfrage gingen 2012 weniger Befragte aus als noch zwei Jahre zuvor. Das gilt auch für Grünau, wenngleich hier noch immer 60 Prozent der Befragten einen Rückgang erwarten.

Rückgang des Leerstandes

Mit einem weiteren Rückgang des Leerstandes rechnen zwei Drittel der Experten, vor allem im Altbau und im Neubau. Für den DDR-Wohnungsbau erwarten die Befragten eine Stagnation des Leerstandes, fast 40 Prozent rechnen jedoch mit einer Zunahme. Die Hälfte der Befragten erwartet, dass der Neubau von Eigenheimen und Mehrgeschossern auf dem derzeitigen Stand bleibt, ein Drittel erwartet einen Anstieg, im Gegensatz zu früheren Befragungen vor allem für den Geschosswohnungsbau.

Investitionen stagnieren

Die Investitionen im Mietwohnungsbestand – vor allem im Altbau und im Neubau – werden künftig nach Ansicht der meisten Experten auf dem heutigen Niveau verbleiben. Eine Zunahme von Investitionen erwarten sie vor allem bei der seniorengerechten/-freundlichen Anpassung von Wohnungen und der energetischen Sanierung.

Preise für Eigentumswohnungen steigen

Die Kaufpreise für Wohneigentum werden sich, so die Mehrheit der Wohnungsmarktakteure, in allen Bereichen nach oben bewegen. Die Mietpreisentwicklung wird für die einzelnen Marktsegmente allerdings unterschiedlich eingeschätzt. Für Wohnungen im sanierten Altbau und in nach 1990 errichteten Neubauten erwarten die Befragten mehrheitlich einen Anstieg der Kaltmieten, für sanierte Wohnungen im Plattenbau gehen sie hingegen von gleich bleibenden Miethöhen aus.

Neu im Fragekatalog: Prognose über Wohnungsbaugebiete

Neu im Wohnungsmarktbarometer ist eine Prognose für Wohnungsbaugebiete, die mittelfristig auf derzeit noch brach liegenden Flächen entstehen werden. Für die Areale am Bayerischen Bahnhof und am Lindenauer Hafen rechnet eine große Mehrheit der Befragten mit einer eher hohen Nachfrage. Eine geringere Nachfrage hingegen wird für ein neues Wohnungsbaugebiet zwischen Hauptbahnhof und Berliner Straße gesehen.

Weitere Informationen
Wohnungsmarktbeobachtung und Stadtumbaumonitoring
Ergebnisse des aktuellen Zensus

Quelle: www.leipzig.de, eingesehen am 2. Juli 2013

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