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Immobilienmarkt Leipzig 2009


Der Gutachterausschuss in der Stadt Leipzig informiert:

Der Leipziger Grundstücksmarkt erweist sich trotz Finanz- und Wirtschaftskrise insgesamt als stabil. Das zeigt der Grundstücksmarktbericht 2009, den jetzt der Gutachterausschuss in der Stadt Leipzig vorlegte, eine unabhängige Landesbehörde, deren Geschäftsstelle im Amt für Geoinformation und Bodenordnung angesiedelt ist. Der Bericht stellt die wesentlichen Daten des Leipziger Immobilienmarktes im Jahr 2009 zusammen.

Mit 4.954 registrierten Kaufverträgen wurden zehn Prozent weniger Transaktionen auf dem Immobilienmarkt registriert als im Vorjahr. Der Rückgang des Geldumsatzes um 162 Millionen Euro beträgt rund 15 Prozent.

Interessant ist, dass dieser deutliche Umsatzrückgang ausschließlich auf ein Marktsegment zurückzuführen ist: Paketverkäufe von bebauten Grundstücken. Als Paketverkäufe werden die Kauffälle erfasst, bei denen mehr als zwei Grundstücke Bestandteil eines Kaufvertrages sind. Dieser Teilmarkt wird insbesondere durch institutionelle Anleger bzw. Großinvestoren geprägt. Wurden 2007 bei annähernd 100 Paketverkäufen noch 410 Millionen Euro umgesetzt (ca. 25 Prozent des damaligen Gesamtumsatzes), so waren es bereits im Jahr 2008 nur noch 196 Millionen Euro bei 47 Kauffällen und im letzten Jahr sogar nur 31 Millionen bei 19 Paketverkäufen.

Bei den unbebauten Grundstücken verhielten sich die Teilmärkte unterschiedlich. Mit 301 Kauffällen und ca. 20 Millionen Euro erweist sich das Marktsegment der unbebauten Einfamilienhausgrundstücke als besonders stabil. 2009 wurden wieder mehr Geschossbaugrundstücke umgesetzt. Der Anstieg der Kauffallzahlen bei sehr niedrigem Kaufpreisniveau ist seit 2006 zu beobachten.

Im Segment der Mehrfamilienhäuser gingen die Verkäufe im Teilmarkt der unsanierten Gebäude bei gleichbleibendem Kaufpreisniveau nur leicht zurück. Bei den sanierten Mehrfamilienhäusern hingegen betrug der Rückgang der Kauffälle knapp zwanzig Prozent jedoch bei leicht steigendem Kaufpreisniveau. Einen Zuwachs sowohl bei den Kauffallzahlen als auch beim Geldumsatz ist bei den teilsanierten Mehrfamilienhäusern zu verzeichnen.

Das Marktsegment des individuellen Wohnungsbaus zeigt sich nahezu unverändert. Bei den bebauten Grundstücken ist eine Abnahme der Verkäufe von 443 auf 409 bei fast konstantem Umsatz von 61,2 Millionen Euro im Jahre 2008 auf 60,5 Millionen Euro zu verzeichnen.

Des Weiteren wurden im Vorjahr 260 Kauffälle voll erschlossener, unbebauter Grundstücke registriert, die dem individuellen Wohnungsbau zugeordnet werden können. Davon entfallen 238 Kauffälle auf klassische Einfamilien-hausgrundstücke und 22 auf Grundstücke, die für die Bebauung mit sogenannten Stadthäusern erworben wurden. Während der durchschnittliche Kaufpreis bei den klassischen Grundstücken 102 Euro pro Quadratmeter betrug, lag der Mittelwert bei den Stadthausgrundstücken bei 160 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittlichen Kaufpreise liegen damit über denen des Jahres 2008. Wie die Auswertung ergab, ist dies nicht auf ein steigendes Bodenwertniveau zurückzuführen, sondern ist der Tatsche geschuldet, dass die Transaktionen in teureren Lagen stattfanden.

Bezüglich der Summe der Transaktionen bilden die Eigentumswohnungen den weitaus größten Teilmarkt mit einem Minus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Gros der Kauffälle ist dem sogenannten Erstverkauf zuzuordnen, der als reiner Anlegermarkt zu betrachten ist. Die Käuferklientel rekrutiert sich für diese Immobilien fast ausschließlich aus nicht ortsansässigen Käufern, die fast ausnahmslos denkmalgeschützte Wohnungen, insbesondere aufgrund der Sonderabschreibungsmöglichkeiten, erwerben.

Neben diesem „ersten Markt" hat sich ein stabiler Wiederverkaufsmarkt etabliert. Die Preisentwicklungen sind hier jedoch sehr heterogen. Die Kaufpreise lagen zwischen 344 und 2.162 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Das Mittel von 1.110 Euro pro Quadratmeter liegt auf Vorjahresniveau.

Im Gegensatz hierzu hat der Durchschnittswert im Erstverkauf von 2.082 auf 2.147 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zugelegt und es wurden Preisspitzen von mehr als 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche registriert.

Sowohl Verkäufe von neu errichteten Mehrfamilienhäusern als auch von Eigentumswohnungen in neu errichteten Gebäuden spielen nur eine geringe Rolle auf dem Leipziger Immobilienmarkt. +++

Ansprechpartner:
Matthias Kredt

Amtsleiter des Amtes für Geoinformation und Bodenordnung

http://www.leipzig.de/de/buerger/service/dienste/bauen/grund/allg/

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